Die Tochter eines Senator aus den USA wünscht sich gemäß den dort üblichen prüden Sitten einen noch "unschuldigen" Mann. Der Hochzeitsagent wird auch fündig und schafft diesen aus den australischen Busch herbei. Die Hochzeit wurde also gehalten. Als nun die junge Frau abends aus ...

... dem Bad ins Schlafzimmer kommt, sieht sie voller Schrecken, der ihr Mann alle Möbel aus dem Fenster wirft. "Um Himmelswillen! Warum tust du da?!", schreit sie laut. Er darauf: "Ja, weiß du denn nicht, was jetzt kommt? Ich habe das bei unseren Kängeruhs beobachtet. Und daher brauchen wir jetzt viel Platz!"

 


 

Immer Aktuell

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft´s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht
in "Die Weltbühne"


Freie Wahlen

Da hatten einst die Christen,
Welche noch Jesus Füße küßten,
Die Wahl sich zu erwählen,
Wer kunnt zu ihren Füsten zählen.

Nun war es auch damals Sitte,
Daß nur jene aus ihrer Mitte,
Sich kunnten wählen lassen,
Wer tat dem Pharao passen.

Wenn dennoch das Volk tat es wagen,
Anderen zur Wahl vorzuschlagen,
Die taten alsbald gleich sterben
Oder es fingen sie die Schergen,
Weil ein jeder ein böser Bandit,
Welch keiner in Freiheit gern sieht.

Danach man sie tat streichen,
Man wullt ja keine Karteileichen
In den vielen Wahllisten führen;
Tat anderen zu Fürsten küren.

Auch mußte jeder dem Amte verraten,
Wer alle zur Sippe zählen taten,
Was man selbst und andere taten reden
ein jeder über ein jeden.

Auch mußt jedermann alles sagen
Über Haus, Acker, Vieh und Wagen.
So kunnt der Pharao nach der Wahl wissen,
Welch Stimmvieh zur Wahl er tat vermissen!

 

Hartz-IV
Eine Fliege und eine Schnecke wetten wer von ihnen zuerst aus dem Behörden-Dschungel mit seinem Hartz-IV-Antrag rauskommt.
Die Schnecke wartet schon etliche Stunden vor der Fliege am vereinbarten Treffpunkt an der Kneipe in der Nähe des Behördenhauses. Die flotte Fliege ist deshalb ganz sprachlos und fragt: "Das verstehe ich gar nicht, ich war doch ruckizucki durch bei allen Warteschlangen. Was hast Du denn anders gemacht?"
Darauf die Schnecke mit Siegermiene:
"Ja, bei Behörden reicht Schnelligkeit allein
nicht aus zum Erfolg. KRIECHEN mußte können ... KRIECHEN!"


Telephon klingelt
.
Meier geht an Telefon und sagt: "Meier".
Schmidt anwortet: "Oh, Entschuldigung, da habe ich falsch gewählt."
Meier zurück: "Macht doch nichts. Das haben wir schliesslich fast alle."


Zwei zu über 100% von der f.d.G. überzeugte Beamte unterhalten sich. Sagt der eine: "Ja, die besten Menschen sterben zu erst - ich schäme mich schon, daß ich noch lebe."


Wenn Politiker ihr Volk mit "Liebe Mitbürger" anreden, erwarten sie, daß die Bürger für ihr Fehlverhalten bürgen.


Eine Sekretärin wurde im Vorstellungs-gespräch vom zukünftigen Chef gefragt: "Wie viele Anschläge schaffen Sie pro Minute?"
Sie darauf: "Soll ich hier als Sekretärin anfangen oder als Terroristin?"


Auch Stalin war ein großer Musik-liebhaber. Nach ihm wurde sogar eine Orgel benannt.


Zwei Minister unterhalten sich über ihre Krankheiten. Wirtschaftsminister: "Der Arzt hat gestern mein Gehirn genau untersucht und nichts finden können."
Minister für innere Sicherheit: "Ja, haben Sie etwa etwas anderes erwartet?"



      Demokratie

Die Demokratie ist eine absolutes Freiheitssystem;
Es wird daher immer und ewiglich bestehen.
Es wird bestehen der Ewigkeit gleich,
Wie ja auch das Tausendjährige Reich.

Diktaturen sind immer böse und schlecht.
Die Demokratie hingehen ist human und gerecht.
Gleich sind darin alle, ob arm oder reich;
Doch die Mächtigen sind darin gleicher als gleich.

Die Menschenwürde tut man für immer garantieren,
Wie in allen Staaten, welche können kollabieren.
Bei allen ist für Leben und Gesundheit allumfassend gesorgt,
So er genug Wissen und Macht hat, daß man ihn nicht entsorgt.

Die Meinungsfreiheit ist darin stets garantiert,
Solang sie die Interessen der Mächtigen nicht berührt.
Wer dagegen verstößt, dem wird's ergehen schlecht;
Daher beachte man stets gewisse Lücken im Recht.

Man sollt Wahrheiten nur sagen, wenn sie den Oberen genehm,
Sie politisch korrekt und den Herrschenden auch bequem.
Um das zu erfahren ist stets jedermann anzutragen,
Die Staatsanwaltschaft und Zentralräte zu befragen.

Frage an den Sender Jerewan:
"Sind die demokratischen Parteien fortschrittlich?"
Antwort des Sender Jerewan:
"Im Prinzip ja, denn auch in deren Reihen wird
fortschreitender geistige Verfall beobachtet."


  Pressefreiheit

Die Pressefreiheit ist ein hohes wertvolles Gut,
Das jeder Verleger wie die Meinungsfreiheit bewahren tut.
Und damit diese Freiheiten nicht verloren gehen,
Sollten in Büchern und Zeitungen nichts systemkritisches stehen.

Man befragt also die Hohen Damen und Herren;
Was sollen wir schreiben - was und wie hätten sie's gern?
Und dieses wird nun wohllöblich diskutiert,
Und dabei der politische Feind diskreditiert.

All das muß stets geschehen sehr gesittet und apart,
so daß ein jeder Große daran seine Freude hat.
Man beschimpfe auch dabei alle diese Diktatur'n,
Wo die hohen Damen und Herren nicht fragen tun,

Wie man sich in den Medien möglichst sehr fortschrittlich
Darstellen könnt - fürs dumme Volk erquicklich.
Was unsere Mächtigen in deren Medien gern täten hören und lesen,
Was Diktaturen und Tyrannen sind und waren einstmals gewesen.

Ja, die Diktatoren sind offensichtlich ohne jeden Verstand,
Das liegt doch ganz offenkundig auf der Hand.
Denn nur in einer Demokratie darf man all das sagen,
Was die Herrschenden gern hören, daß wir es sagen und beklagen!

Unter welcher Parole kämpften die römischen Sklaven?
"Wir kämpfen für die sklavisch demokratische Grundordnung, die völkerverbindende Sklaverei; für die Versklavungs-Demokratie, für Gleichheit aller Sklaven, sklavische Selbstverwirklichung, Frieden und Unterwürfigkeit aller Sklavenvölker auf Erden."
 
   
   
Neues aus der Politik
Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen wird berichtet, daß ein bekannter Lebensmittel-Discounter angesichts der steigenden Massenarmut Wohltaten für arme Obdachlose planen soll. Bei Abnahme einer Kiste (6 Flaschen) der Hausmarke "Goldfusel" gibt es einen Blindenhund kostenlos dazu.
Die Sozialministerin soll hinter vorgehaltener Hand gegenüber einem Mitarbeitern einer Nichtregierungsorganisation im vertraulichen Gespräch geäußert haben: "Dieses Sonderangebot gebe den Obdachlosen Trost und Hilfe in ihrem Elend und entlaste darüberhinaus gleichzeitig auch die Sozialkassen. Man überlege auch die Abgabe der Marke "Goldfusel" an Alkoholiker auf Rezept über die Apotheken. Hund gäbe es in den Tierheimen massenhaft. Die könne man von umgeschulten 1-Euro-Kräften in einem 1-Woche-Intensivkurs ausgebilden. Insgesamt würde von diesen Maßnahmen ein starker Anstoß für einen erneuten Wirtschaftsaufschwung ausgehen."