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Vom Biosprit-Wahn

Schon vor Jahren - bei den ersten Treffs mit Besitzern von Autos mit alternativen Antriebsenergien - hatte ich meine Bedenken gegenüber dem Biosprit-Trend geäußert. Meine Bedenken waren derart, daß ich sagte: Diese Idee als solches ist zwar wünschenswert, aber sie läßt sich als sinnvolle Lösung nur in einer rein nationalen Volkswirtschaft im Sinne des Naturschutz realisieren. Im Beitrag über Abfallwirtschaft gehen ich hierauf näher ein. Im Rahmen des internationalen Handels, wie das hier und heute der Fall ist, wird sich diese Idee ins Gegenteil verkehren müssen: Das Abholzen der letzten Urwälder als auch die Nutzung von Ackerflächen statt für Nahrungsmittelproduktion für Biosprit war von Anfang an regelrecht vorprogrammiert.

Und so ist es auch gekommen - und dieses war eindeutig vorhersehbar. Denn bereits bevor die Biosprit-Schnapsidee die Runde machte, wurde ja schon Jahrzehnte lang beklagt, daß es Nahrungsmittelmangel insbesondere in der sogenannten 3.Welt gibt. Der Dauerslogan war: Es werde zu viele Nahrungsmittel als Tierfutter in die Industriestaaten verschwendet; aber auch der Slogan "Hunger in der Welt beseitigen"; macht nahezu schon ewig die Runde. In dieser Mangelsituation kommt zu allem Übel nun auch noch die Biosprit-Schnapsidee hinzu.

In den USA werden zur Zeit 1/3 der gesamten Ackerfläche zur Gewinnung von Biosprit verwendet. In vielen anderen Staaten dürfte es zwar nicht ganz so kraß aber nicht viel anders aussehen. Das mag den Einbruch in der Nahrungsmittelproduktion ein wenig verdeutlichen. Wer sich mit wirtschaftlichen Fragen ein wenig auskennt, dem war klar: In Bereichen, wo ein nichtreduzierbarer Grundbedarf zu decken ist, dort kann bei einer bereits vorhandenen leichten Mangelsituationen eine geringfügig weitere Verknappung sich verheerend auswirken und zu einem enormen Preisanstieg führen. Das Nachsehen haben dann jene, welche den nun erhöhten Preis nicht mehr zahlen können. Und das sind in diesem Falle jene Armen, die bereits vor der Verknappung durch die Biosprit-Produktion arge Probleme mit der Nahrungsmittelbeschaffung hatten. Für sie wird eine Beschaffung aus eigenen Mitteln nun aussichtslos - sie sind also aufs Betteln und auf sogenannte Hilfsorganisationen angewiesen.

Meine Idee war schon immer: Den Gesamtverbrauch an Kohle, Erdgas, Erdöl, als auch Produkte aus diesen Energieträgern so weit als möglich zu reduzieren. Mir geht es dabei nicht allein nur um den Verbrauch an Benzin und Diesel - auch der sonstige Verbrauch, z.B. an Verpackung sollte ebenfalls auf das wirklich notwendige Maß reduziert werden. Ob man dabei sich auf Elektroenergie, Kohle oder Erdölprodukte stützt oder auf Kombinationen von allem - wichtig ist mir allein, was unter dem sogenannten Strich dabei heraus kommt. Auch ist bei mir Elektroenergie nicht gleich Elektroenergie - ich unterscheide auch dort nach den Quellen, aus denen diese Energie gewonnen wird - und jede der Quellen wird wiederum einer kritischen Betrachtung unterzogen. Im Beitrag über das Elektroauto gehe ich darauf nochmals näher ein.

Zudem ist die Idee: der Biosprit sei CO2-neutral, ebenfalls eine reine Schnapsidee, weil ja auch die Pflanzen, welche man anbaut, mit landwirtschaftlichen Maschinen anbaut, pflegt, erntet und verarbeitet werden - mit Maschinen, welche bekanntlich ja Diesel aus Erdöl oder Energie aus Kohle- oder Kernkraftwerke verbrauchen. Doch weil den Öko-Fans (=Fanatikern) von den Massenmedien ihre Hirne sehr gründlich gewaschen bekamen, waren sie auf alle meine Gedanken schlecht zu sprechen - solche Gedanken sind halt ein Tabubruch. An sich sagt ja schon die Bezeichnung "Öko-Fanatiker" alles aus. Siehe dazu mein Beitrag über Fanatiker.

Nicht nur in diesem Fall geht "BIO" über alles - dieser blinde Aktionismus und Fanatismus ist hierzulande eine allgemeine Erscheinung! In solchen Kreisen gegen deren Schnapsideen etwas einwenden, hat ohnehin so gut wie kein Sinn. Mit sachlichen Einwänden macht man zudem den Öko-Fanatikern ihr ach so heiles Weltbild kaputt.

Zurück zum Biosprit-Wahn: Nun aber gesellten sich weitere Probleme herzu: Die Teuerung der Nahrungsmittel durch steigende Erdölpreise und durch die Bankenkrise. Auch die Unvernunft der Banker war schon vor 20 Jahren Legende. Diese Trends waren auch bereits vor der Einführung der ersten Biosprit-Verordnung absehbar. Wie Le Bon schon vor über 100 Jahren festellen mußte: Fanatiker sind halt blind für Wahrheiten. Und zudem, welcher Bauer wird schon auf seinen Feldern Pflanzen für Nahrungsmitteln anbauen, wenn er für Pflanzen für die Biosprit-Produktion einen günstigere Verkaufspreise bekommt?

Nun wird wohl wieder eine Welle der Spendenbettelei losgetreten werden, die seines Gleichen sucht - jetzt sind wir wieder die Bösen, welche den Armen in aller Welt das Essen geraubt haben. Aber nicht mit mir - von mir gibt es ab jetzt keinen Cent mehr. Da sollen aber jene Leute erst einmal 20 Jahre 90% von ihrem Einkommens für die Hungernden spenden, welche diesen Unsinn zum Gesetz erhoben haben. So lange diese Leute das nicht tun, sehe ich nicht den geringsten Grund für eine Spende. Denn auch hier sollte das Verursacherprinzip gelten!

Jene Leute werfen ohnehin die Steuergeld zum Fenster raus. Auch hier sollte jeder für sein Tun verantwortlich sein. Auch die Politiker sollten, bevor sie ihre geistige Jauche in die Umwelt kippen, erst einmal überdenken, welche Folgen solches auf der anderen Seite haben könnte. Und wer das nicht tut, der sollte auch mit den gleichen Strafen belegt werden, als jener, welcher in einem Unternehmen das Geld veruntreut.

Nun macht es aber keinen Sinn, solche Leute mit realen Fakten zu kommen. Wie Gustave le Bon bereits vor über 100 Jahren feststellte: Die große Triebkraft der Völkerentwicklung war niemals die Wahrheit, sondern der Irrtum. ... Die soziale Täuschung herrscht heute auf allen Ruinen, die die Vergangenheit auftürmte, und ihr gehört die Zukunft. Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag.

Nicht nur der Biosprit ist so ein Trugbild, auch die Photovoltaik zieht damit gleich. Jene Spinner mit Fakten zur Vernunft zu bringen, bringt nichts. Denn, hat sich einmal eine solche Schnapsidee in den Hirnen der Einflußreichen festgebrannt, dann ist da in der Regel mit Fakten nichts mehr zu ändern. Besonders fanatisch verbohrt sind jene mit akademischer Bildung. Hier hülfe vielleicht noch etwas gemäß dem Märchen der "Knüppel aus dem Sack", aber das ist heute ja nicht erlaubt. Bereits Eugen Roth riet in seinem Gedicht:

Auf Flaschen steht bei flüssigen Mitteln,
Man müsse vor Gebrauch sie schütteln.
Und dies begreifen wir denn auch -
Denn zwecklos ist es nach Gebrauch.
Auch Menschen gibt es, ganz verstockte,
Wo es uns immer wieder lockte,
Sie herzhaft hin- und herzuschwenken,
In Fluß zu bringen so ihr Denken,
Ja, sie zu schütteln voller Wut -
Doch lohnt sich nicht, daß man das tut.
Man laß sie stehn an ihrem Platz
Samt ihrem trüben Bodensatz.

Ich habe es daher aufgeben solche Menschen mit Fakten und Tatsachen zur Vernunft zu bringen. Im Grunde sind jene ja armselige einfältige Geschöpfte, welche man bereits aus Tierliebe nichts antun sollte. Bedauerlich ist es nur, daß auch wir die Folgen deren Irrsinns zu spüren bekommen.